18. Spieltag
Sa., 18.01.2025 | 20.30 Uhr | Volksparkstadion
Sa., 18.01.2025 | 20.30 Uhr | Volksparkstadion
(0:0)
Neues Jahr, neues Glück – und ein neuer Schwur: „136“ lautet das Motto, das Chefcoach Merlin Polzin und sein Trainerteam im Wintertrainingslager ausgeben. 136 Tage bis zum letzten Spieltag in Fürth, 136 Tage Zusammenhalt, 136 Tage gemeinsame Arbeit für das große Ziel: den Aufstieg. Das ganze Team unterschreibt das 136er-Manifest – und sorgt direkt am ersten Spieltag nach der Winterpause für einen beeindruckenden Beleg, es ernst zu meinen. Im großen Traditionsduell gegen den 1. FC Köln zeigen die Rothosen eine sehr gute Leistung, sind über 90 Minuten betrachtet das gefährlichere Team gegen den Mit-Aufstiegsanwärter und belohnen sich kurz vor dem Ende. Entscheidender Mann und erneuter Matchwinner in diesem Traditionsduell: der Doppeltorschütze aus dem Hinspiel, Ransford Königsdörffer. Einen an Marco Richter verursachten Foulelfmeter schnappt sich Königsdörffer, scheitert zwar im ersten Versuch, drückt den Nachschuss aber über die Linie und sorgt so direkt vor der ekstatischen Nordtribüne für eine echte Gefühlsexplosion und eine anschließende Mega-Jubeltraube. Mit diesem 1:0, das Daniel Heuer Fernandes kurz vor Schluss mit einem überragenden Reflex inklusive Fußabwehr rettet, ziehen die Rothosen zum Start in die Rückrunde am Effzeh vorbei und erklimmen die Tabellenspitze. Schöner Start ins neue Jahr! Und der perfekte erste Schritt auf dem 136 Tage langen Weg in Richtung Bundesliga-Aufstieg.
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis, Hadzikadunic, Elfadli, Muheim – Meffert, Pherai (46. Richter), Karabec (72. Poreba), – Jatta (57. Sahiti), Selke (72. Königsdörffer), Dompe (84. Hefti)
1. FC Köln: Schwäbe – Hübers, Martel, Heintz – Gazibegovic (58. Thielmann), Ljubicic, Huseinbasic (76. Obuz), Paqarada (46. Finkgräfe), Waldschmidt (58. Kainz) – Downs (67. Tigges), Maina
Tore: 1:0 Königsdörffer (78.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)
Besonderes Vorkommnis: Schwäbe hält Foulelfmeter von Königsdörffer (78.)
x-Goals: 1,70:0,63
Torschüsse: 14:7
Chancen: 4:2
Ecken: 6:6
Ballbesitz: 48:52 %
Zweikämpfe: 50:50 %
Laufleistung: 111,14:113,13 km
Fouls: 27 (12:15)
GK: 7 (3:4)
Zahl des Tages:
HSV-Zweitliga-Spiel gegen einen Tabellenführer – die starke Bilanz: 8 Siege, 5 Remis und nur 2 Niederlagen. Das 1:0 markiert zudem ein ganz seltenes „Meisterstück“: Nach 2005/06 (2:0 H + 2:1 A in der Bundesliga vs. Bayern München) gelingt es zum zweiten Mal, gleich zweimal über den späteren Meister zu triumphieren.
Stimme zum Spiel:
– Davie Selke
Sa., 25.01.2025 | 20.30 Uhr | Olympiastadion Berlin
(0:1)
Am 19. Spieltag reist der HSV nach Berlin. Und dies nicht nur mit dem 20-Mann-Kader, sondern auch mit 20.000 Fans. Unglaublich, diese Unterstützung, die sich im Olympiastadion nicht nur optisch, sondern auch akustisch bemerkbar macht. Mit einer Hamburger Wand hinter sich treten die Rothosen bei der Hertha an, spielen zuerst mit der eigenen Kurve im Rücken und gehen in der ersten Hälfte auch in Führung. Davie Selke sorgt für das 1:0, das Ransford Königsdörffer in der zweiten Hälfte mit einem absoluten Traumtor ausbaut. In seiner Heimatstadt schlenzt der Mann der Stunde die Kugel direkt vor den Augen der HSV-Fans unnachahmlich ins lange Eck und sorgt für das 2:0, das aber auf einmal ins Wanken gerät. Die Berliner starten ihre Schlussoffensive, kommen erst auf 1:2 heran, erzielen dann gar den 2:2-Ausgleich und wollen nun in den letzten Minuten alles – und werden vom HSV bestraft. Denn in die Berliner Bemühungen hinein fahren die Rothosen einen Bilderbuch-Konter, Sahiti läuft nach traumhaftem Zuspiel vom Ex-Berliner Marco Richter auf die Hamburger Kurve und das Berliner Tor zu, kurzer Haken, eleganter Schlenker nach innen, trockener Abschluss ins kurze Eck – und dann explodiert die Kurve in einem Ausmaß, wie es das Berliner Olympiastadion von einem Gästeblock wohl selten erlebt hat. Diesen 3:2-Auswärtssieg nehmen die 20 Mann auf dem Rasen und die 20.000 in der Kurve zum Anlass für eine spontane Party auf der Tartanbahn, die diesen Samstagabend gebührend abrundet.
Hertha BSC: Gersbeck – Zeefuik, Leistner, Klemens, M. Dardai – Karbownik (66. Reese), Cuisance, Maza (85. Sessa) – P. Dardai (66. Winkler), Niederlechner (66. Prevljak), Scherhant
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis, Hadzikadunic, Elfadli, Muheim – Meffert (86. Hefti), Karabec (76. Poreba), Richter (86. Reis) – Sahiti (86. Schonlau), Selke (55. Königsdörffer), Dompe
Tore: 0:1 Selke (23.), 0:2 Königsdörffer (61.), 1:2 Cuisance (72.), 2:2 Winkler (80.), 2:3 Sahiti (84.)
Zuschauer: 71.500 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
x-Goals: 2,30:0,88
Torschüsse: 12:10
Chancen: 7:4
Ecken: 8:4
Ballbesitz: 60:40 %
Zweikämpfe: 55:45 %
Laufleistung: 118,81:119,64 km
Fouls: 20 (10:10)
GK: 5 (1:4)
Zahl des Tages:
Zuschauer – das bestbesuchte Spiel in der mit durchschnittlich 30.880 Zuschauern pro Partie bestbesuchten Zweitliga-Saison aller Zeiten! Lediglich fünf Paarungen verfolgten seit Einführung der Spielklasse im Jahr 1974 mehr Menschen live vor Ort (Rekord: 77.573 bei 1860 vs. VfB Stuttgart am 01.04.1977 im Münchner Olympiastadion).
Stimme zum Spiel:
– Miro Muheim
Sa., 25.01.2025 | 20.30 Uhr | Olympiastadion Berlin
(1:0)
Nach einem Dutzend Spieltagen grüßte Hannover 96 von der Tabellenspitze. Die 96er, so schien es, würden in dieser Saison eine ganz wichtige Rolle spielen und gute Chancen haben, die angestrebte Bundesliga-Rückkehr erreichen zu können. Doch dann setzte ab Spieltag 13 ein Negativlauf ein, den die Niedersachsen nur partiell unterbrechen konnten. Nach Hamburg reisen sie am ersten Februar-Wochenende jedenfalls nur noch als Tabellensechster, nehmen aber am Ende als zu diesem Zeitpunkt drittschlechteste Auswärtsmannschaft der Liga – in der Heimtabelle hingegen rangiert man auf Rang 1 – immerhin einen Zähler mit nach Hause. Und es hätten sogar derer drei werden können, wenn nicht Jean-Luc Dompe fünf Minuten vor dem Ende einen Freistoß zum 2:2-Endstand in den Torwinkel gezaubert hätte. Auf der anderen Seite gehört auch zur Wahrheit, dass der HSV das Spiel eigentlich schon in der ersten Halbzeit entscheiden muss, es nach Dompes Vorlage und Silvan Heftis Treffer zum 1:0 aber trotz zahlreicher Möglichkeiten verpasst, mehrere Treffer folgen zu lassen. So findet 96 im zweiten Abschnitt zurück ins Spiel, dreht die Partie sogar, kann aber am Ende genau wie die 57.000 Zuschauer im wieder einmal ausverkauften Volksparkstadion nur staunend zuschauen, wie Dompe seinen rechten Zauberfuß auspackt und den Ball über die Mauer hinweg in den Giebel streichelt. Ein Traumtor, das dem HSV den Nimbus des Ungeschlagenen im eigenen Stadion bewahrt, auch wenn die Tabellenführung an den 1. FC Köln abgegeben werden muss.
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis, Hadzikadunic (66. Schonlau), Elfadli, Hefti – Meffert, Karabec (85. Poreba), Richter (66. Reis) – Sahiti (85. Mebude), Königsdörffer (75. Stange), Dompe
Hannover 96: Zieler – Neumann, Tomiak, Halstenberg – Dehm, Leopold (88. Christiansen), Kunze, Rochelt (88. Momuluh), Wdowik (46. Matondo) – Nielsen (75. Gindorf), Tresoldi (90.+2 Voglsammer)
Tore: 1:0 Hefti (15.), 1:1 Tresoldi (52.), 1:2 Matondo (79.), 2:2 Dompe (84.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang)
x-Goals: 1,87:1,67
Torschüsse: 19:16
Chancen: 4:6
Ecken: 6:3
Ballbesitz: 67:33 %
Zweikämpfe: 52:48 %
Laufleistung: 110,69:112,55 km
Fouls: 28 (11:17)
GK: 6 (4:2)
Zahl des Tages:
Bundesliga-Torschütze des HSV seit 1963 – mit seinem platzierten Distanzschuss zum 1:0 löst Silvan Hefti das Ticket für den illustren Personen-Kreis. 59 Knipser (18,9%) bleiben One-Hit-Wonder. Uwe Seeler netzt am häufigsten in Liga 1 (137-mal), Robert Glatzel in Liga 2 (73-mal), sieben Profis treffen in beiden Spielklassen.
Stimme zum Spiel:
– Daniel Heuer Fernandes
Fr., 31.08.2025 | 18.30 Uhr | Preußenstadion
(1:1)
Die Geschichte dieses Spiels war eigentlich schon vor dem Anpfiff geschrieben: HSV reist nach Münster, enges und kleines Stadion, kämpferischer Aufsteiger auf tiefem Geläuf im nasskalten Februar, typische Flutlicht- und David-gegen-Goliath-Atmosphäre, Davie Selke als bester Torschütze zwar wieder dabei, aber nach Jochbogenfraktur-Operation und durch die notwendige Gesichtsmaske gehandicapt, irgendwann verliert man wieder den Kopf, und überhaupt: Elversberg und Ulm lassen grüßen … So oder so ähnlich dürften nicht wenige Fußball-Interessierte auf die Partie der Rothosen beim SC Preußen Münster geschaut haben. Aber: Es kommt anders. Merlin Polzin trichtert seiner Mannschaft ein, exakt diese Umstände anzunehmen, was bedeutet: Keine Schönspielerei auf katastrophalem Platz, keinen Meter herschenken im Duell gegen kämpferische Preußen, keine Ungeduld bei Rückstand oder ausbleibender Führung. Und siehe da: Der Plan geht auf. Die Rothosen agieren viel mit weiten Bällen oder hohen Flanken, umgehen so die Bodenverhältnisse und die Zweikämpfe, und sie bewahren die Geduld, die Polzin die gesamte Woche über immer wieder eingefordert hatte. Und: Der Maskenmann trifft einfach weiter. 1:1 nach einer Flanke von Jonas Meffert, Elfmeter rausgeholt nach einer Flanke von Miro Muheim – und diesen Strafstoß in der Nachspielzeit dann höchstpersönlich zum 2:1 verwandelt. Selke liefert auch mit Maske und schreibt die eigentlich schon geschriebene Geschichte einfach um.
SC Preußen Münster: Schenk – Koulis, Paetow, Frenkert – ter Horst, Hendrix (72. Preißinger), Kinsombi (85. Lorenz), Kirkeskov – Pick (85. Fridjonsson), Amenyido (56. Nemeth), Kyerewaa (56. Makridis)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Hefti (81. Mikelbrencis), Hadzikadunic, Schonlau, Muheim – Meffert, Karabec (67. Königsdörffer), Richter (67. Reis) – Sahiti (90.+5. Agyekum), Selke, Stange (46. Dompe)
Tore: 1:0 Frenkert (24.), 1:2 Selke (45.+ 3), 1:2 Selke (90.+4, FE)
Zuschauer: 12.422 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang)
x-Goals: 0,35:1,87
Torschüsse: 5:14
Chancen: 4:7
Ecken: 3:7
Ballbesitz: 31:69 %
Zweikämpfe: 48:52 %
Laufleistung: 117,64:118,13 km
Fouls: 21 (7:14)
GK: 5 (3:2)
Zahl des Tages:
HSV-Tore in den jeweils ersten 30 Minuten der ersten 20 Spieltage – sensationell! Doch dann köpft Münsters Lukas Frenkert. So schnell schießen die Preußen nicht? Von wegen! Deshalb schnell noch zwei Sprichworte hinterher: Der frühe Vogel steigt auf! Und: Am Ende kackt die Ente! Die Verteilung der HSV-Tore 2024/25 nach Spielphasen: Min. 0-15: 19:4; 16-30: 7:3; 31-45: 13:10; 46-60: 9:9; 61-75: 9:9; 76-90: 21:9
Stimme zum Spiel:
– Jonas Meffert
So., 16.02.2025 | 13.30 Uhr | Jahnstadion Regensburg
(1:0)
Eine Woche nach dem Last-Minute-Auswärtssieg in Münster steht für den HSV direkt das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Dieses Mal geht es nach Regensburg, und das Setting ist damit fast identisch: kleines Stadion, Aufsteiger als Gegner und erneut ein denkbar schlechter Start ins Spiel. Denn die Regensburger gehen ganz früh in Führung, und die Rothosen müssen sich gegen einen nun wahlweise sehr tief stehenden oder hoch pressenden, in jedem Fall aber zu jeder Zeit aggressiv verteidigenden Gegner auflehnen und die Partie drehen. Kein leichtes Unterfangen, zumal der HSV im Gegensatz zur Vorwoche die Chance vom Punkt aus verstreichen lässt: Davie Selke schnappt sich wie schon in Münster den Ball und führt zehn Minuten nach Wiederanpfiff den Strafstoß aus, scheitert dieses Mal aber. So müssen die Hamburger weiter dem Rückstand hinterherlaufen – und dies ab Minute 74 auch noch in Unterzahl. Denn Emir Sahiti sieht binnen drei Minuten doppelt Gelb und fliegt vom Platz, doch auch das lässt Selke & Co. nicht aufgeben. Und so kommt die Chance vom Punkt noch ein zweites Mal, erneut tritt Maskenmann Selke an und verwandelt dieses Mal. Er ist damit der erste HSVer in der Historie des Clubs, der innerhalb eines Spiels nach einem verschossenen Elfmeter noch einmal antritt und im zweiten Versuch verwandelt. Hut ab vor so viel Mumm! So retten die Rothosen kurz vor Schluss zumindest noch einen Punkt und bleiben im zehnten Spiel in Folge ungeschlagen.
SSV Jahn Regensburg: Gebhardt – Wurm, Bulic, Breunig – Kühlwetter, Ernst, Pröger (75. Ganaus), Suhonen (63. Viet), Hein (89. Handwerker) – Hottmann (75. Ananou), Adamyan (89. Huth)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Hefti (58. Mikelbrencis), Hadzikadunic, Schonlau (80. Elfadli), Muheim – Meffert (74. Karabec), Königsdörffer (75. Stange), Richter (59. Reis) – Sahiti, Selke, Dompe
Tore: 1:0 Adamyan (6.), 1:1 Selke (83., FE)
Zuschauer: 15.210 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Lars Erbst (Gerlingen)
Besondere Vorkommnisse: Gebhardt hält Foulelfmeter von Selke (54.), Platzverweis Sahiti (76., Gelb-Rote Karte)
x-Goals: 1,76:2,78
Torschüsse: 15:14
Chancen: 4:4
Ecken: 9:7
Ballbesitz: 34:66 %
Zweikämpfe: 48:52 %
Laufleistung: 112,83:107,01 km
Fouls: 32 (18:14)
GK: 4 (1:3), GR: 1 (0:1)
Zahl des Tages:
HSV-Elfer in einem Bundesliga-Spiel – das hat es zuvor 14-mal gegeben. Dass ein Schütze, der seinen ersten Schuss versemmelt, auch zum zweiten Versuch antritt, ist hingegen ein absolutes Novum. Und Selkes Kunststück vom Punkt steht noch für einen weiteren Superlativ: Nie zuvor traf ein HSV-Bundesliga-Spieler in fünf Auswärtsspielen in Folge.
Stimme zum Spiel:
– Davie Selke
Der Trainerwechsel