29. Spieltag
Fr., 11.04.2025 | 18.30 Uhr | Volksparkstadion
Fr., 11.04.2025 | 18.30 Uhr | Volksparkstadion
(0:2)
Nach dem Rausch kommt der Kater. Denn im Anschluss an die Demonstration von Nürnberg folgt in den kommenden Wochen eine sportliche Durststrecke, die den HSV drei Spieltage lang ohne Dreier aus den Partien gehen lässt. Den Anfang macht das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig, ein Team, das sich gerade massiv im Aufwind befindet und nach fünf sieglosen Spielen ein Zwischenhoch erlebt. Wie hoch, das muss der HSV an diesem Freitagabend erfahren, an dem er gegen die bissigen Löwen von Beginn an nicht recht ins Spiel findet und kurz vor der Pause den Doppelschlag hinnehmen muss, der schon fast den Knockout bedeutet. Die Rothosen berappeln sich nach dem Seitenwechsel aber noch einmal, und natürlich führt einmal mehr die Kombi aus Flanke von Jean-Luc Dompe und Kopfball von Davie Selke zum Erfolg, doch dieses Mal reicht das nicht für Zählbares in der Punktespalte der Tabelle. Die Löwen kontern den nun nach vorn noch offensiver und auf den Ausgleich spielenden HSV nämlich eiskalt aus und sorgen mit dem nächsten Doppelschlag für den technischen K.o. der Hausherren. Was bedeutet: Der HSV verliert – trotz des 2:4-Treffers von Selke in der Nachspielzeit – das erste Mal in dieser Saison ein Heimspiel. Nach sieben Siegen und sieben Remis steht im Heimspiel Nummer 15 erstmals die Null auf der Habenseite. Und dies gegen die Mannschaft, die im Abstiegskampf nun weiter hoffen darf und die es – spannender Side-Fact – als einzige Mannschaft der gesamten Liga schafft, in dieser Saison beide Spiele gegen den HSV zu gewinnen.
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis, Schonlau, Elfadli, Hefti (64. Glatzel) – Poreba (81. Meffert), Karabec (46. Pherai), Richter (46. Königsdörffer) – Sahiti (46. Balde), Selke, Dompe
Eintracht Braunschweig: Hoffmann – Jaeckel (66. Ehlers), Köhler, Nikolaou – Rittmüller, Krauße (66. Baas), Bell Bell, Tempelmann, Marie (81. Bicakcic) – Philippe (87. Polter), Tachie (81. Conteh)
Tore: 0:1 Bell Bell (40.), 0:2 Hefti (ET, 41.), 1:2 Selke (74.), 1:3 Baas (84.), 1:4 Philippe (85.), 2:4 Selke (90.+5)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
x-Goals: 0,83:1,36
Torschüsse: 11:16
Chancen: 2:9
Ecken: 5:4
Ballbesitz: 62:38 %
Zweikämpfe: 43:57 %
Laufleistung: 117,05 km:118,64 km
Fouls: 22 (15:7)
GK: 7 (4:3)
Zahl des Tages:
Minuten bleibt die HSV-Defensive um Keeper Daniel Heuer Fernandes ohne Gegentreffer – Zweitliga-Club-Rekord und Bestwert seit den 403 Bundesliga-Minuten zwischen Mai und August 2007 (Torwart damals: Frank Rost). Doch dann klingelt es durch Leon Bell Bell – der Anfang vom Ende der schönen Heim-Serie.
Stimme zum Spiel:
– Daniel Elfadli
Sa., 19.04.2025 | 20.30 Uhr | Veltins-Arena
(1:2)
Der FC Schalke 04 spielt eine Saison zum Vergessen. Viele Niederlagen, zwei Trainerwechsel, Abstiegskampf in Liga 2 – und fertig ist die schlechteste Saison der 121-jährigen Vereinsgeschichte. Aber: Gegen den HSV, in diesem großen Traditionsduell, da fahren sich die Schalker jedes Mal so richtig hoch. Kleiner Rückblick auf das Hinspiel, in dem der HSV schon 2:0 führt und am Ende noch zwei Tore und damit den Ausgleich kassiert, gefällig? Muss gar nicht sein, denn das Rückspiel erzählt eigentlich die identische Geschichte. Zwar gehen die Knappen dieses Mal mit 1:0 in Führung, doch der HSV dreht die Partie noch vor der Pause und geht dank zweier Treffer von Emir Sahiti mit einem 2:1-Vorsprung in die zweite Hälfte. Und dies auch noch mit einem Mann mehr auf dem Feld, denn Schalkes Kapitän Kenan Karaman sieht bereits in der 3. Minute die Rote Karte. Schalke wird also am Ende mehr als 90 Minuten in Unterzahl agieren – und dem HSV dennoch den sicher geglaubten Dreier entreißen. Denn in der zweiten Hälfte verlieren die Rothosen nach einer Stunde Spielzeit und einer etwas längeren Spielunterbrechung den Faden, den die Schalker sofort packen und auch nicht mehr loslassen. Mit der Unterstützung ihrer Fans kämpfen sie sich in die Partie zurück und erzielen zehn Minuten vor dem Ende tatsächlich noch per Kopfball-Bogenlampe den Ausgleich, der sich für den HSV wie eine Niederlage anfühlt und im Hamburger Umfeld die bange Frage aufwirft: Geht es etwa schon wieder los? Die Tabellenführung jedenfalls ist nach diesem zweiten 2:2 gegen den FC Schalke 04 futsch.
FC Schalke 04: Heekeren – Bulut, Schallenberg, Kaminski, Murkin – Grüger (46. Kalas), Seguin (60. Bachmann), Aydin (60. Gantenbein), Karaman, T. Mohr (84. Donkor) – Sylla (83. Höjlund)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis (90.+1 Stange), Hadzikadunic, Elfadli, Hefti (46. Karabec) – Meffert, Reis, Pherai (46. Glatzel) – Sahiti (83. Balde), Königsdörffer (82. Selke), Dompe
Tore: 1:0 Schallenberg (15.), 1:1 Sahiti (41.), 1:2 Sahiti (43.), 2:2 Sylla (81.)
Zuschauer: 62.077 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Besonderes Vorkommnis: Platzverweis Karaman (3., Rote Karte)
x-Goals: 1,40:3,13
Torschüsse: 12:26
Chancen: 5:6
Ecken: 4:2
Ballbesitz: 23:77 %
Zweikämpfe: 53:47 %
Laufleistung: 111,5:119,71 km
Fouls: 17 (8:9)
GK: 6 (3:3), RK: 1 (1:0)
Zahl des Tages:
Spielminuten (inkl. Nachspielzeiten) in Überzahl. Doch das Rekord-Rot für Schalkes Kapitän Kenan Karaman (Foul nach 63 und Platzverweis nach 171 Sekunden) sowie Saison-Höchstwerte wie 3,13 x-Goals, 26 Torschüsse, 77 Prozent Ballbesitz oder 8,21 mehr gelaufene Kilometer nützen nix: Am Ende fühlt sich der eine Punkt wie eine Niederlage an.
Stimme zum Spiel:
– Emir Sahiti
So., 27.04.2025 | 13.30 Uhr | Volksparkstadion
(1:2)
Magdeburg strauchelt, Paderborn und Elversberg klauen sich gegenseitig die Punkte, Düsseldorf holt zwar ein 0:3 gegen Nürnberg auf, gewinnt aber ebenfalls nicht – und am Sonntag dürfen dann die beiden Erstplatzierten aus Köln und Hamburg ran. Und was machen die, nachdem die Konkurrenz am Freitag und Sonnabend so hervorragend vorgelegt hat? Richtig, sie nutzen diesen Elfer ohne Torwart nicht und verpassen die große Chance, in der Aufstiegsfrage für eine Vorentscheidung zu sorgen. Aus Hamburger Sicht bedeutet dies die wohl schlechteste Saisonleistung und eine derart große Enttäuschung nach dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC, die nun selbst den kühnsten Optimisten wieder einmal vor Augen führt, wie oft der HSV in den vergangenen sechs Jahren schon ganz nah dran war am Aufstieg, am Ende aber aufgrund vielfältigster Horrorszenarien stets nur Dritter oder Vierter wurde. Sechs Jahre 2. Liga, zweimal Dritter, viermal Vierter – und nun droht zur Unzeit die nächste schlecht getimte Leistungsdelle, als die man dieses 1:2 gegen den KSC durchaus bezeichnen darf. Wobei die Rothosen ja das Fußballspielen nicht verlernt haben, aber vielleicht spielen die Aufregung und die Nervosität dieser Tage eine größere Rolle als man sich eingestehen mag? Zeit für ein paar psychologische Kniffe, um diese nun schon drei Spiele andauernde Durststrecke zu beenden und in den kommenden drei Spielen alles klarzumachen.
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Hefti, Hadzikadunic, Elfadli, Mikelbrencis (82. Stange) – Meffert (71. Königsdörffer), Reis, Karabec (59. Pherai) – Sahiti (82. Balde), Selke (71. Glatzel), Dompe
Karlsruher SC: Weiß – Jung (89. Pinto Pedrosa), Kobald, Beifus, Herold – Rapp, Jensen (89. Bormuth), Burnic (64. Heußer), Wanitzek – Ben Farhat (64. Schleusener), Conte (85. Hunziker)
Tore: 0:1 Ben Farhat (30.), 1:1 Selke (42., FE), 1:2 Wanitzek (45.+3)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Florian Lechner (Insel Poel)
x-Goals: 1,62:1,23
Torschüsse: 13:11
Chancen: 4:6
Ecken: 4:1
Ballbesitz: 58:42 %
Zweikämpfe: 55:45 %
Laufleistung: 121,71:122,12 km
Fouls: 29 (15:14)
GK: 6 (1:5)
Zahl des Tages:
leuchtet die Rücknummer 17 von Adam Karabec in Rot auf dem Wechseltäfelchen – neuer Saisonrekord. Die bisherigen HSV-Höchstwerte für Ein- und Auswechselungen gingen auf die Konten von Jean-Luc Dompe und Bakery Jatta in Liga 2 (je 21x, 2022/23 bzw. 2021/22) sowie Rodolfo Cardoso in der Bundesliga (18x, 2003/04).
Stimme zum Spiel:
– Merlin Polzin
Bewegte Wochen