14. Spieltag
So., 01.12.2024 | 13.30 Uhr | BBBank Wildpark
So., 01.12.2024 | 13.30 Uhr | BBBank Wildpark
(1:1)
Vor dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC fällt die Entscheidung: Der bisherige Co-Trainer Merlin Polzin soll vorerst den Posten als Chefcoach übernehmen. Polzin stellt sich sein Trainerteam zusammen, Co-Trainer wird U21-Coach Loic Fave, auch Richard Krohn stößt aus dem Nachwuchs als Co-Trainer hinzu, gleiches gilt für Athletiktrainer Jan Hasenkamp, der ebenfalls aus dem Nachwuchs zu den Profis wechselt. In dieser Konstellation gibt Polzin jetzt erst einmal die Richtung vor. Und das funktioniert! Seine erste Amtshandlung: Rückkehr zum aus den Vorjahren bekannten 4-3-3-System. Zweite Amtshandlung: Wieder offensiver ausgerichtet auftreten. Und damit einhergehend seine dritte Amtshandlung: Jean-Luc Dompe zurück in die Startelf! Und der Franzose bedankt sich direkt mit der frühen 1:0-Führung, die der HSV dann jedoch einbüßt – und kurz darauf mit dem neu erarbeiteten Glück im Bunde ist. Denn beim Stand von 1:1 erzielt Karlsruhes Marvin Wanitzek ein Tor, über dessen nicht erfolgte Anerkennung man durchaus streiten kann, und so steht es kurz nach dem Seitenwechsel aus Hamburger Sicht auf einmal 2:1 statt 1:2, denn nach Wanitzeks vermeintlichem Treffer schlägt auf der anderen Seite erneut Dompe zu und führt den HSV auf die Siegerstraße. Den Sack endgültig zu macht dann Davie Selke, der – natürlich nach Zuspiel von Matchwinner Dompe – das 3:1 erzielt, den Auswärtssieg und damit den ersten Erfolg von Neu-Coach Merlin Polzin eintütet. Traumstart!
Karlsruher SC: Weiß – Jung, Franke, Beifus (87. Egloff), Herold – Rapp (87. Pfeiffer), Burnic (62. Heußer), Wanitzek, Conte (72. Hunziker) – Schleusener, Zivzivadze
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis, Hadzikadunic, Schonlau, Muheim – Elfadli, Richter (78. Poreba), Karabec (88. Pherai) – Jatta (67. Balde), Königsdörffer (78. Selke), Dompe (88. Sahiti)
Tore: 0:1 Dompe (23.), 1:1 Schleusener (36.), 1:2 Dompe (55.), 1:3 Selke (87.)
Zuschauer: 34.300 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
x-Goals: 1,98:1,11
Torschüsse: 21:18
Chancen: 6:6
Ecken: 7:7
Ballbesitz: 48:52 %
Zweikämpfe: 62:38 %
Laufleistung: 114,92:115,64 km
Fouls: 16 (8:8)
GK: 8 (4:4)
Zahl des Tages:
Punkte pro Spiel holt Merlin Polzin in seinen 22 Ligaspielen als HSV-Cheftrainer – zauberhaft! Die Bilanzen seiner sieben Vorgänger im Amt: Christian Titz (10 Spiele; ø 1,8 Punkte), Hannes Wolf (24; 1,58), Dieter Hecking (34; 1,59), Daniel Thioune (31; 1,68), Horst Hrubesch (3; 2,0), Tim Walter (89; 1,83), Steffen Baumgart (25; 1,6).
Stimme zum Spiel:
– Daniel Elfadli
So., 08.12.2024 | 13.30 Uhr | Volksparkstadion
(0:0)
Der Start war für Merlin Polzin und sein mit dem 3:1-Auswärtssieg in Karlsruhe mehr als gelungen, doch jetzt liegt zur Heimpremiere des neuen Cheftrainers ein ganz dicker Brocken vor ihm und seinem Team: Der SV Darmstadt 98. Denn seit die Darmstädter den Trainer gewechselt hatten, legten sie eine famose Serie hin. Zehn Spiele unter der Leitung von Florian Kohfeldt, lediglich eine Niederlage, zuletzt sieben Spiele ungeschlagen – Darmstadt reist als formstärkste Mannschaft der 2. Liga nach Hamburg. Und die Lilien machen es den Rothosen auch wirklich schwer. Zwar erzielt der HSV – wie schon zuletzt in Karlsruhe auf Vorarbeit von Jean-Luc Dompe, der am Ende der Saison auf sagenhafte 16 Torvorlagen kommen wird – auch in dieser Partie sein Tor, genauer: Ransford Königsdörffer verwertet Dompes präzises Zuspiel zum 1:0, doch der SVD bestätigt seine gute Form, macht das 1:1 und gestaltet die Partie ebenbürtig. Und so steht nach einem traumhaften Schlenzer von Adam Karabec und der daraus resultierenden 2:1-Halbzeitführung am Ende der 90 Minuten inklusive einer wilden Schlussphase mit vielen vergebenen Torchancen auch auf Seiten der Rothosen-Offensive um Top-Torjäger Davie Selke ein 2:2-Remis, das beiden Teams nicht so richtig weiterhilft. Zumindest aber wird deutlich: Der HSV spielt in der neuen personellen Besetzung wieder offensiveren Fußball, reißt die Zuschauer mit, und es scheint, als würde man in dieser Konstellation nicht nur in die nächste Partie, sondern auch in die nächsten Wochen oder sogar Monate gehen können.
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis, Hadzikadunic, Schonlau, Muheim – Elfadli, Richter (72. Poreba), Karabec (72. Pherai) – Jatta (65. Balde), Königsdörffer (65. Selke), Dompe (90. Stange)
SV Darmstadt 98: Schuhen – Lopez (78. Thiede), Riedel, Vukotic, Nürnberger – Förster (78. Marseiler), Klefisch, Müller, Corredor (87. Papela) – Lidberg, Hornby (72. Vilhelmsson)
Tore: 1:0 Königsdörffer (10.), 1:1 Vukotic (33.), 2:1 Karabec (45.), 2:2 Corredor (63.)
Zuschauer: 51.616
Schiedsrichter: Eric Weisbach (Halle an der Saale)
x-Goals: 1,73:1,70
Torschüsse: 18:20
Chancen: 6:11
Ecken: 2:8
Ballbesitz: 44:56 %
Zweikämpfe: 49:51 %
Laufleistung: 115,55:117,28 km
Fouls: 19 (11:8)
GK: 6 (2:4)
Zahl des Tages:
Das Tor zum 2:2-Endstand durch Killian Corredor markiert im achten Heimspiel der Saison den ersten HSV-Gegentreffer vor der Nordtribüne des Volksparks. Nur drei weitere folgen: durch Düsseldorfs Kownacki und den Doppelschlag der Braunschweiger Baas und Philippe. Starke 14-mal spielt der HSV direkt vor den Stehplätzen seiner Fans „zu null“!
Stimme zum Spiel:
– Davie Selke
Sa., 14.12.2024 | 13.00 Uhr | Donaustadion
(1:0)
Der Startsieg beim KSC, dann das ordentliche Heimdebüt gegen Darmstadt und die Aussicht auf mehr – eigentlich ist für die Mannschaft der Rothosen alles angerichtet, um mit dem neuen Trainerteam weiter zu marschieren und Argumente für eine weitere Zusammenarbeit in dieser von allen Seiten gewünschten Konstellation zu sammeln. Doch dann kommt Ulm. Und im am weitesten entfernten Auswärtsspiel der Saison eine erste Halbzeit, die für den HSV Geschichte schreibt. Denn in den zum Zeitpunkt dieses Spiels nunmehr sechseinhalb Jahren 2. Liga war es noch nie vorgekommen, dass die Rothosen eine komplette Spielhälfte lang keinen Torschuss verbuchen konnten. Nicht einen einzigen! Es sei in der Halbzeit sehr laut geworden, berichten Kabinen-Zeugen nach Spielende, Merlin Polzin hingegen drückt es etwas diplomatischer aus und sagt, er hätte seiner Mannschaft lediglich gut hörbar mitgeteilt, was ihm nicht so gut gefallen hatte in dieser ersten Hälfte. Lange Rede, kurzer Sinn: Der HSV steigert sich im zweiten Durchgang, macht aus dem 0:1-Pausenstand durch Davie Selke zumindest noch ein 1:1, verpasst aufgrund von Selkes Aluminium-Pech sogar denkbar knapp den Siegtreffer und sorgt in Unterzahl nach Gelb-Rot gegen Daniel Elfadli dafür, dass die sportliche Führung um Vorstand Stefan Kuntz zusätzliche Erkenntnisse und eine weitere Facette der Arbeit Polzins geliefert bekommt: den Umgang mit Rückschlägen, auch innerhalb eines Spiels. Und auch das sollte später in die Bewertung der Arbeit Polzins und seines Trainerteams mit der Mannschaft einfließen.
SSV Ulm 1846: Ortag – Reichert, Strompf, Kolbe – Rösch, Maier, Brandt, Keller (88. Castelle), Chessa (79. Kahvic), Krattenmacher – Telalovic (89. Röser)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Hefti, Hadzikadunic (65. Perrin), Schonlau, Muheim – Elfadli, Karabec (72. Poreba), Richter (46. Pherai) – Jatta (46. Sahiti), Selke (86. Königsdörffer), Dompe
Tore: 1:0 Keller (34.), 1:1 Selke (49.)
Zuschauer: 17.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Patrick Alt (Illingen)
Besonderes Vorkommnis: Platzverweis Elfadli (69., Gelb-Rote Karte)
x-Goals: 0,95:1,44
Torschüsse: 14:6
Chancen: 7:5
Ecken: 5:2
Ballbesitz: 50:50 %
Zweikämpfe: 57:43 %
Laufleistung: 125,72:117,94 km
Fouls: 29 (12:17)
GK: 7 (3:4), GR: 1 (0:1)
Zahl des Tages:
mickrige Torschüsse insgesamt, gar 0 im ersten Spielabschnitt – nirgendwo präsentiert sich der HSV 2024/25 vor dem gegnerischen Tor harmloser als in Ulm … und nimmt am Ende doch Zählbares mit. Wie sagt noch gleich der Volksmund? Besser den Punkt beim Spatz, als die Taube auf dem Dach … oder so ähnlich!
Stimme zum Spiel:
– Silvan Hefti
Sa., 21.12.2024 | 13.00 Uhr | Volksparkstadion
(3:0)
Im letzten Heimspiel des Jahres 2024 servieren die Rothosen ihren Fans drei Tage vor Weihnachten noch einmal echten Leckerbissen-Fußball. Direkt mit dem ersten Angriff geht der HSV in der ersten Spielminute in Führung, Dennis Hadzikadunic köpft – das kennen wir ja schon – einen Eckball von Miro Muheim zum 1:0 ins Netz. Die Muheim-Ecken als Dosenöffner – in dieser Saison ein mehr als probates Mittel. Und so spielt sich der HSV in der Folge fast schon in einen Rausch, zur Pause steht es bereits 3:0, und die Rothosen legen auch im zweiten Durchgang nach. Erst in Form von Toren durch das 4:0 von Davie Selke, der damit einen weiteren Doppelpack schnürt, und anschließend auch personell. Denn eine Viertelstunde vor dem Ende kommt für Mentor Selke sein Schüler: Otto Stange. Der 17-Jährige ist in der Tat noch Schüler, nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch im echten Leben – und darf in den kommenden Tagen auf dem Pausenhof viele Autogramme schreiben, denn auf einen Schlag wird Stange berühmt: Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung fasst er sich ein Herz, zeigt all seine Torjäger-Qualitäten und feuert die Kugel mit seinem ersten Profi-Tor vor 57.000 Zuschauern im Stadion und Hunderttausenden an den TV-Schirmen zum 5:0 ins Netz. Erster Gratulant: Davie Selke. Und so verabschiedet sich der HSV mit bewegenden Bildern und einer tollen Story in die Winterpause – und verkündet zudem noch das, worauf alle HSV-Fans hoffen: Merlin Polzin bleibt nach acht Punkten aus vier Spielen Cheftrainer des HSV. Frohe Weihnachten!
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Mikelbrencis, Hadzikadunic, Schonlau, Muheim – Meffert (74. Suhonen), Pherai (65. Poreba), Karabec (81. Richter) – Sahiti (66. Katterbach), Selke (74. Stange), Dompe
SpVgg Greuther Fürth: Schulze – Dietz, Jung, Meyerhöfer – Asta, Banse (69. Müller), Green (46. Srbeny), Gießelmann (81. Münz) – Hrgota, Mustapha (46. Massimo) – Futkeu (81. Michalski)
Tore: 1:0 Hadzikadunic (1.), 2:0 Selke (11.), 3:0 Karabec (13.), 4:0 Selke (59.), 5:0 Stange (76.)
Zuschauer: 54.786
Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau)
x-Goals: 3,13:0,75
Torschüsse: 14:5
Chancen: 9:3
Ecken: 3:4
Ballbesitz: 53:47 %
Zweikämpfe: 49:51 %
Laufleistung: 113,24:109,01 km
Fouls: 23 (16:7)
GK: 3 (2:1)
Zahl des Tages:
Jahre oder 6.525 Tage alt ist Otto Stange bei seinem Tor-Debüt. Jünger, nämlich um genau 20 Tage, ist als HSV-Bundesliga-Torschütze nur Fiete Arp (10/2017 vs. Hertha BSC). Stange braucht von der Einwechslung bis zum erfolgreichen Torschuss lediglich handgestoppte 137 Sekunden – ein ganz fixer Junge eben!
Stimme zum Spiel:
– Merlin Polzin