Der HSV, das ist Fußball, Liebe, Leidenschaft, Hingabe und Identifikation. Gleichzeitig aber auch Familie, Freunde, gemeinsame Treffen, eine gute Zeit und das Gefühl, hier genau richtig zu sein. Auf der Tribüne, vor dem Fernseher, am Radio oder in der Kurve – Fußball und der HSV: Da ist Musik drin! Eine lustige Redewendung, die, wenn man das Lexikon bemüht, vor sehr vielen Jahren ihren Weg in den deutschen Sprachgebrauch fand. Bereits im Jahre 1850 fand sie sich in Zeilen des Schriftstellers Berthold Auerbach, als er über einen besonders guten Wein referierte.

Nur wenige Jahre jünger als Auerbach und sein Wein-Musik-Vergleich ist der Hamburger SV, dessen musikalische Zeitreise im Zeichen der Raute ebenfalls vor mehr als 100 Jahren begann. Und genau diese Geschichte soll in dieser Ausgabe des HSVlive-Magazins erzählt werden, denn es gibt so viele kleine Geschichten, die auf die virtuelle Playlist der HSV-Charts gehören, so viele Anekdoten, in deren Erzählungen wir versuchen, den richtigen Ton zu treffen, genau wie in den Geschichten so vieler großer Namen und bekannter Gesichter, die alle eines eint: die Liebe zum HSV. Und zur Musik.

Angefangen bei den Gründervätern des Vereins, die bereits im 19. Jahrhundert voller Inbrunst ihre Vereinshymne sangen, in einer Sprache, die uns heute vielleicht nicht mehr alltagstauglich erscheint, die es im Jahre 2010 aber trotzdem noch einmal zu neuem Ruhm brachte, als die Hamburger Rockband Abschlach! die Vereinshymne neu aufnahm. Kostprobe gefällig?

Blau, Weiß, Schwarz sind uns‘re Farben oben an der Treue Blau.

Treue allen, die einst warben für den alten HSV.

Freundestreue, Freundesehre, sei uns heilig alle Zeit.

Jugendideale mehre HSVer treu bereit.

Ja, so klang das damals. Und exakt so sang es auch rund 100 Jahre später Abschlach!. Apropos: Die HSV-Rocker steuern mittlerweile den Stadionsong Nummer 1 bei, nachdem Lotto King Karl bis 2019 sagenhafte 14 Jahre lang „Hamburg, meine Perle“ vor jedem Spiel auf seinem berühmten Kran gesungen hatte. Nun also steht kurz vor dem Anpfiff das gesamte Stadion auf, um gemeinsam lauthals die Hymne „Mein Hamburg lieb‘ ich sehr“ zu schmettern. Gleiches gilt natürlich auch, wenn der HSV ein Tor schießt und Scooters Tor-Hymne „Auf geht’s, Hamburg“ ertönt, die übrigens sehr berühmte Vorgänger hat – unter anderem lief nämlich auch „Viva la Vida“ der weltberühmten Band Coldplay bei jedem HSV-Treffer im Volksparkstadion.

Den weiteren Songs, die ein fester Bestandteil eines HSV-Heimspiels sind, wie beispielsweise „HSV forever and ever“, widmen wir uns auf den folgenden Seiten in den einzelnen Stories, in denen wir auch diejenigen Lieder einmal genauer unter die Lupe nehmen, die nicht für den HSV, sondern von HSVern gesungen wurden. Erinnert sei hier nur an Jimmy Hartwig mit „Mama Calypso“ oder Kevin Keegan mit „Head over Heels in Love“, mit dem der ehemalige Superstar der Rothosen sogar im ZDF Sportstudio live auftrat. Man merkt schnell: Die Palette an Geschichten rund um die Symbiose aus HSV und Musik erscheint fast grenzenlos. Ebenso wie die verschiedenen Musikrichtungen, in denen mittlerweile HSV-Musik angeboten wird. „Wir haben alles dabei, von Rock über Rap bis hin zur Kindermusik“, sagt Michael Wendt, seines Zeichens nicht nur Sänger von Abschlach!, sondern auch Verleger der meisten HSV-Musikstücke mit seinem Label MWP Musik.

Übrigens: Wendt fand seinen Einstieg in die Welt der Musik gar nicht am Mikrofon, sondern ursprünglich am Schlagzeug. Ein Instrument, das auch HSV-Profi Immanuel Pherai beherrscht, wie er im HSVlive-Interview verrät – und auch zeigt. Ob in der Mannschaftskabine auch eher Schlagzeug-lastige, sprich: handgemachte, Musik läuft oder die Kabinen-DJs Bakery Jatta und Noah Katterbach eher die elektronisch produzierten Varianten bevorzugen, erfahren wir ebenso wie weitere Geheimnisse rund um die Symbiose aus dem HSV und der weiten Welt der Musik. Eine bunt orchestrierte Ansammlung von musikalischen Highlights im Zeichen der Raute also. Und in der steckt richtig viel Musik drin.