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85 JAHRE UWE SEELER

EIN LEBEN FÜR DEN FUSSBALL UND DEN HSV

Am 5. November feiert HSV-Ikone UWE SEELER seinen 85. Geburtstag. Anläss­lich dieses Ehren­tags hat sich die HSVlive-Redaktion tief ins Foto­archiv begeben und teils bislang unveröffentlichte Bild­schätze ausfindig gemacht, anhand derer in Fünf­jahres­schritten das Leben eines der größten deutschen Fuß­ball-Idole und eines ganz besonderen Menschen nach­gezeichnet wird.

Man soll ja eigentlich immer nach vorn schauen. „Mehr als die Vergangen­heit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, philosophierte schon Albert Einstein. Aber wer von uns hat sich nicht schon einmal dabei erwischt, wie er in alten Fotoalben versinkt und eintaucht in die Vergangen­heit, die dadurch auch wieder ein Stück leben­dig wird? Erinnerungen sind wunderbar und gerade zu speziellen Anlässen bietet es sich an, bei allem Nach-vorn-Schauen auch mal einen Blick in den Rück­spiegel zuzulassen und zu genießen. Und sich daran zu erinnern, wie alles war, dass es so werden konnte, wie es ist.

Uwe Seeler schaut bei aller Freude, auf das was kommt, auch gern mal zurück. Zumal er ja auch immer wieder danach gefragt wird. „Wie war das damals, als Sie …?“ – Uwes Geschichten sind ebenso beliebt wie lebhaft erzählt, dieser Mann hat schließ­lich viel erlebt und ist einen Weg gegangen, vor dem sich Menschen in aller Welt verneigen. Aufgewachsen im zerstörten Nach­kriegs­deutschland und aufgestiegen zu Hamburgs größtem Fußballer, wahrscheinlich sogar zu Deutschlands Fußball-Idol Nummer 1 und einem der geach­tetsten Sportler weltweit. Und vor allem dabei immer er selbst geblieben: ein feiner Kerl, ein Mann­schafts­spieler, ein Familien­mensch. Kein Wunder, dass er sein ganzes Leben lang seinem HSV treu blieb und mit seiner Ilka bereits seit mehr als 60 Jahren verheiratet ist. Über das gemeinsame Erfolgs­rezept sagte Uwe einmal: „Ich entscheide die großen Dinge und meine Frau die kleinen. Welche Dinge groß und welche klein sind, das bestimmt meine Frau.“ Und dann lachte er sein Lachen, das so an­steckend ist, dass man unweiger­lich einstimmt. Dieser Mann versprüht so unglaublich viel Zufrieden­heit.

Diese rührt auch aus seiner Kind­heit, der Art, wie und wo er aufwuchs, welche Werte ihm mit auf den Weg gegeben wurden und welche Rolle der Fußball und der HSV in seinem Leben einnahmen. Eine Schule fürs Leben. „Ich habe immer nur für die Mann­schaft gespielt, niemals für mich“, sagt Uwe Seeler über das, was seinen Sport für ihn aus­machte und was sich problem­los auf sein ganzes Leben projizieren lässt, „denn im Fußball kann nie ein Einzelner erfolg­reich sein, sondern immer nur die Mann­schaft.“ Dies hat Uwe er gelebt, für diese Werte stand und steht er. Und so wurde aus dem kleinen Hamburger Butscher Uwe Seeler „Uns“ Uwe. Unser Uwe, unser Idol, unser Freund, einer von uns. Und dieser Uwe Seeler, dieser besondere, weil so normale Mensch, feiert am 5. November seinen 85. Geburtstag.

Dies ist dann einer dieser Tage, an denen man ganz auto­matisch zurück­blickt. Einer dieser besonderen Tage, an denen man sich erinnert. Und genau das hat die HSVlive-Redaktion getan. Doch in diesem Fall reichte dafür nicht einfach ein Fotoalbum. Es musste das Fotoarchiv her, das viele, teils noch unbekannte und unver­öffent­lichte Schätze zu Tage förderte. Mit diesen möchten wir auf den folgenden Seiten alle HSVer mit­nehmen auf eine kleine Zeit­reise. Eine Reise, die uns in Fünfjahres­schritten durch das bewegte und bewegende Leben Uwe Seelers führt, der stets seinem HSV und vor allem sich selbst treu blieb. Vorhang auf für einen Blick in ein besonderes Fotoalbum mit vielen Geschichten, Schmunzlern und Anekdoten aus 85 Jahren Uwe Seeler.

1936

Geburt

To Hus in Eppendörp

Hamburg, Schnel­sener Straße (heute: Winzel­dorfer Weg), Ecke „Fricke“ – hier ist Hamburgs bedeutendster Fußballer geboren und aufge­wachsen. In Haus­nummer 16, 3. Stock, rechts, wohnten damals die Seelers: „Vadder“ Erwin (Jahrgang 1910), „Mudder“ Anny (1913), Bruder Dieter „Didi“ (1931), Schwester Gertrud „Purzel“ (1934) und Uwe, der Jüngste (1936). Dazu Pensions-Dauer­gast Onkel Günther „Moni“ Wolf (1926), Mutters Bruder. Sechs Personen auf knapp 50 Quadrat­metern. Ofen­heizung, kein fließend warmes Wasser. Sehr einfache Verhält­nisse. Die Aufteilung der häuslichen Schlaf­stätten gleicht einer logistischen Meister­leistung. Die Schwester nächtigt bei den Eltern, die beiden Söhne im Wohn­zimmer, der Onkel auf der Küchen­bank. „Es waren“, erinnert sich Uwe Seeler, „richtige Löcher, in denen wir leben mussten. Die Küche war so lütt, dass Muttern nicht auf­stehen musste, um den Koch­topf auf den Tisch zu balan­cieren.“ Immer­hin: der ist auch zu dieser Zeit dank des elter­lichen Organi­sations- und Improvisations­talents meist gut gefüllt. Uwe Seeler schwärmt noch heute vom Steck­rüben­eintopf und der Kartoffel­suppe. 

1941

5. Geburtstag

Erst die »Arbeit« und dann …

Ein­schulung mit fünf­einhalb, Anfang April 1942. Klein-Uwes typischer Tages­ablauf: erst die Lektionen in der Martini­straße (heute: Wolfgang-Borchert-Schule), dann die Haus­auf­gaben, dann endlich raus zum Bolzen. So beengt die Wohnung, so weit­läufig die Spiel­felder: Flug­kopf­bälle und Fall­rück­zieher auf dem Kopf­stein­pflaster der damals kaum befahrenen Straßen, der Wiese im nahe­gelege­nen Hayns-Park oder dem Schlacke­platz auf der St. Anschar­höhe, später auf Trümmer­grund­stücken. Stunden­langes Daddeln. Vier gegen vier oder fünf gegen fünf. Und der „lütte Blonde“ mit dem unver­kenn­baren Talent ist im Schlepp­tau seines großen Bruders immer mitten­mang bei den deutlich Älteren (im Foto l. mit Jochen­fritz Meinke, Herbert Kühl und Willi Christoph). Freund­schaften fürs Leben. Es schwingt viel Dank­barkeit mit, wenn das Fußball­idol von früher erzählt: „Meine Eltern haben es trotz der schwierigen Zeiten immer geschafft, es uns allen schön zu machen. Ich fühlte mich total behütet. Insgesamt habe ich eine glückliche Kind­heit verlebt. Ich lernte Rück­sicht­nahme und Ehrlich­keit. Ich lernte die direkte, klare Ansprache, und ich lernte den Wert einer Familie zu schätzen. Das war und ist der Reich­tum meines Lebens.“

1946

10. Geburtstag

Rothose durch und durch

Willkommen im Club: Am 1. Januar 1946 meldet Erwin Seeler seinen Jüngsten im Club­heim an der Rothen­baum­chaussee beim HSV an. Uwe fängt bei den „Knaben“ an und sprintet auch regel­mäßig in der prestige­trächtigen Alster­staffel mit (Foto). Es folgen die Schüler-, B-Jugend- und „Jung­mannen“-Teams. Zum Training nach Ochsen­zoll geht’s zunächst mit der U-Bahn, später dann stolz mit dem vom eigenen Geld gekauften Draht­esel – finanziert beim Jobben im Fahrrad­geschäft Oergel am Grindel. Studien­rat Günther Mahl­mann, der die HSV-Jugend­abteilung nach den Kriegs­wirren neu auf­baut, fördert und schleift den Roh­dia­manten, bringt ihm fuß­ballerische Disziplin und Fokussierung bei. Mit durch­schlagen­dem Erfolg: In geschätzten 400 Spielen für die HSV-Jugend bringt „Lütt Uwe“ rund 600-mal das gegnerische Tornetz in Wallung.

1951

15. Geburtstag

Lehrling, Liga- und National­spieler

Nach Abschluss der Volks­schule nach der 9. Klasse im Sommer 1951 beginnt Uwe Seeler im Januar 1952 eine kauf­männ­ische Aus­bildung bei der Spedition Schier, Otten & Co.: Büro­arbeit im Philips-Haus in der Möncke­berg­straße und später in der Brands­twiete, Außendienst im Verteilungs­schuppen 54/55 im Hafen – keine Herren­jahre, das schmale Salär: 56 Mark im ersten, 76 im dritten Lehrjahr. Doch zum Glück gibt‘s schon bald ein „Zubrot“ beim Fuß­ball. Auf dem Rasen läuft es rund, es geht Schlag auf Schlag: Am 5. August 1953 debütiert Seeler im Freund­schafts­spiel gegen Göttingen 05 in der „Ersten“ des HSV, ein Jahr später erwirkte der HSV für den da 17-Jährigen eine Sonderspielgenehmigung für die Oberliga. Glänzende Pflichtspiel-Premiere am 1. August 1954 als vierfacher Torschütze im Nord-Pokal gegen Holstein Kiel. Da war der DFB schon längst auf den Vollblutstürmer aus Hamburg aufmerksam geworden. Neben dem Rauten-Trikot der Liga-Elf zählt fortan auch der Adler-Dress zu Seelers regelmäßiger Klamotte: Teilnahme bei den FIFA-Junioren-Turnieren 1953 und – herausragend als Schütze von 13 der 20 deutschen Tore – 1954. Und am 16. Oktober 1954 darf er in Hannover gegen Frankreich ran – mit 17 Jahren und 345 Tagen als bis heute drittjüngster A-Nationalspieler aller Zeiten bzw. jüngster nach dem Krieg.

1956

20. Geburtstag

Uwes größter Volltreffer

In der Ober­liga Nord avan­ciert der junge HSV-Mittel­stürmer sofort zum Goal-Getter und Titel-Hamster: In seinen neun Spiel­zeiten wird er stets Meister und steuert dazu die ewige Rekord­zahl von 266 Toren bei, sieben­mal als Schützen­könig. Am Juni 1958 erzielt Seeler bei der WM in Schweden gegen Argentinien sein erstes Tor in einem A-Länder­spiel. Seinen „wichtigsten und schönsten Treffer“, so betont er bis heute, landet Uwe aber privat: Seit der gemein­samen Silvester­feier 1953/54 ist er mit Ilka Buck, damals Tor­hüterin der HSV-Hand­baller­innen, liiert. Am 18. Februar 1959 gibt sich das Paar dann auch ganz offiziell das Ja-Wort (Foto) – eine Liebe und Partner­schaft, die mittler­weile mit Dia­manten gekrönt ist. Derart beflügelt gelingt Uwe Seeler 1960 nach zuvor drei verlorenen End­spielen in Serie (DFB-Pokal 1956, DM 1957 und 1958) endlich auch auf nationaler Ebene der ganz große Coup: Mit dem noch immer gültigen Nach­kriegs­rekord von insge­samt 49 Toren, davon zwei im Endspiel gegen den 1. FC Köln, schießt er den HSV zur Deutschen Meister­schaft. Am 29. Oktober 1960 wird er folge­richtig zu Deutsch­lands erstem „Fußballer des Jahres“ gekürt.

1961

25. Geburtstag

»Uns Uwe«

Im Frühjahr vor dem 25. Wiegenfest jagt ein Höhepunkt den nächsten: Am 15. März 1961, im epischen Europapokalspiel gegen Englands Meister FC Burnley, wird Seeler endgültig zu „Uns Uwe“ (übrigens eine Wortschöpfung des Frankfurter Journalisten Richard Kirn), 14 Tage darauf dann zum ersten Mal Papa (Tochter Kerstin, auf die im Oktober 1963 und Mai 1967 die Schwestern Helle und Frauke folgen). Knapp einen Monat später schlägt er Inter Mailands millionenschweren Geldkoffer aus und folgt stattdessen lieber dem Rat, den ihm Michel-Pastor Helmut Thielicke, Psalm 37,3 zitierend, in einem offenen Brief gibt: „Bleibe im Lande und nähre dich redlich!“ Seeler wechselt also nicht nach Italien, sondern bleibt beim HSV und übernimmt die Adidas-Generalvertretung für Norddeutschland, vertreibt zudem „als selbständiger Handelsvertreter (…) Tischtennisartikel, Trikotagen und Schlafsäcke“ und tourt dabei mit seinem Mercedes fortan jährlich mehrere 10.000 Kilometer durchs Land. Am 20. September 1961 führt er Deutschland in Düsseldorf gegen Dänemark erstmals als Kapitän aufs Feld. Insgesamt trägt Seeler 40-mal die Binde und wird dafür beim Abschied 1970 zum DFB-Ehrenspielführer ernannt. Fun-Fact aus der Kategorie „Besserwissen“: HSV-Kapitän beim Bundesliga-Start am 24. August 1963 in Münster ist nicht Uwe, sondern Bruder Dieter. 

1966

30. Geburtstag

»Gewinnen wollen, verlieren können«

Am 20. Februar 1965 scheint alles aus: Achilles­sehnenriss auf dem schnee­be­deckten Geläuf des Frank­furter Wald­stadions – damals normaler­weise gleich­be­deutend mit dem Karriere­ende. Doch mit medi­zinischer Hilfe (HSV-Vereins­arzt Dr. Kurt Fischer), gutem Heil­fleisch und un­bändigem Willen, Ehrgeiz sowie Trainings- und Reha-Fleiß gelingt Seeler ein sensa­tionelles Come­back: Am 26. September 1969 erzielt er in Schweden das entschei­dende Tor zur Quali­fikation für die WM-End­runde 1966 in England, wo sich Deutsch­land erst im End­spiel gegen die Gast­geber unglück­lich ge­schlagen geben muss. Die extrem bittere Nieder­lage im größten Spiel seiner Lauf­bahn wird für Seeler jedoch nach­träglich zum Triumph. Bei der Rück­kehr wird das DFB-Team, allen voran ihr mit Sprech­chören gefeierter vor­bildlicher Kapitän, am Frankfurter Römer wie der Welt­meister empfangen. Der uru­guay­ische Schrift­steller und Fuß­ball-Kenner Eduardo Galeano schreibt später den gleich­sam schönen wie treffenden Satz: „,Uwe, Uwe!‘ zu rufen, war die beste Art, ,Deutschland, Deutschland!‘ zu rufen!“

1971

35. Geburtstag

»Tschüss, Uwe!«

Nach dem Abschied aus der National­­mann­schaft am 9. September 1970, neigt sich in der Saison 1971/72 auch auf Vereins­ebene Seelers aktive Lauf­bahn dem Ende entgegen. Seelers neunte Bundes­liga-Spiel­zeit wird zur großen Abschieds­­tournee. Der 1:0-Siegtreffer am 18. März 1972 im Volks­park gegen Mönchen­glad­bach markiert sein 137. und letztes Bundes­liga-Tor, die 1:2-Nieder­lage gegen den VfB Stutt­gart fünf Wochen später sein 239. und letztes Spiel in der Elite­klasse. Am 1. Mai 1972 verab­schiedet sich Uwe Seeler vor vollem Haus und be­gleitet vom Who’s Who des euro­päischen Spitzen­­fuß­­balls endgültig vom Publikum. Und ihn selbst erinnert seit diesem Tag in den eigenen vier Wänden ein Bild des berühmten Schnell­­zeichners Oskar mit Uwe und den vielen inter­nationalen Fuß­ball­größen, die bei seinem Abschieds­­spiel anwesend waren (Foto), an diesen ganz besonderen Tag. Udo Jürgens singt beim an­­schließenden Fest-Ban­kett im Hotel Atlantic: „Vergiss den Uwe nicht!“ – Wie könnte man? 

1976

40. Geburtstag

Nur der HSV? Naja …

An den berühmten Nagel hängt Seeler seine Stollen­schuhe aber natürlich nicht so ganz. Der Einsatz des Mittel­stürmers bleibt weiter sehr gefragt. Bereits ab 1974, nahezu parallel zur „HSV-Altliga“, etabliert er als Namens­patron Deutsch­lands wohl renom­mierteste Oldie-Auswahl. Mehr als 60 prominente Kicker, darunter zahlreiche Ex-National­spieler, zogen seither in rund 750 Spielen der noch immer bestehenden „Uwe Seeler-Traditions­elf“ ganz groß auf. Meist für den guten Zweck, etwa 1987 beim legendären Auftritt zu­gunsten der Opfer der Erd­beben­katastrophe in Mexiko, als 95.000 ins Azteken­stadion strömen. In der Regel tingelt die Truppe aber über die Dörfer und bereist die deutsche Provinz – getreu der Philosophie, nach der die Idole von einst abseits der Bundes­liga-Standorte als Botschafter auftreten und für die Fans „anfass­bar“ sein sollen. Knapp sechs Jahre nach dem Abschied beim HSV erweitere Seeler seine Profi-Statistik aller­dings noch um ein weiteres Pflicht­spiel. Ein „Unwissent­liches Fremd­gehen“, wähnte sich der 41-Jährige am 23. April 1978 im irischen Cork doch bei einem Werbe-Kick für seinen Arbeit­geber Adidas (Foto). Erst als ihm die Verteidiger der Sham­rock Rovers wiederholt rustikal in die Parade fahren, schwant Seeler, dass es sich vielleicht doch um ein Punkt­spiel handeln könnte. Trotz der scharfen Bewachung knipst er per Distanz­schuss und Fall­rück­zieher, kann damit aber die 2:6-Pleite seines Teams Cork Celtic FC nicht verhindern.

1981

45. Geburtstag

Herrn Seelers Gespür für Schnee

Die Cork-Episode bleibt eine ein­malige. Und doch: hält Uwe Seeler neben dem HSV einem anderen Verein seit vielen Jahren die Treue: dem Schnee­forscher Ober­tauern e.V., einer echten Insti­tution in der inter­natio­nalen Skiszene. Im Mai 1980 rufen Dieter Kindl, lang­jähriger Touris­mus­direktor und Bürgermeister von Obertauern, und Ex-Eis­schnell­läufer Herbert Höfl den Bund ins Leben. Ihre Idee: Beruf­lich erfolg­reiche und sportliche Männer zusammen­führen, um gemein­sam abzu­schalten und aufzu­tanken. Das Motto: „Froh­sinn in allen Lagen und bei jedem Wetter.“ Jedes der 15 Mitglieder übernimmt eine wichtige Funktion – vom Kassen-, über den Vergnügungs- und Gourmet­wart bis zum Zere­monien­meister und Pro­gramm-Koordinator. Uwe Seeler bekleidet von Beginn an – stets ohne Gegen­stimme wieder­gewählt – das Präsi­denten­amt, verkörpert auf der Piste gemein­sam mit dem Bremer Max Lorenz stilis­tisch eher den breit­beinig angelegten, etwas hölzernen, aber durchaus kraft­vollen Pflug­stil der norddeutschen Flach­land­tiroler, weiß dafür aber umso mehr beim Einkehr­schwung zu glänzen.

1986

50. Geburtstag

Der Ball ist rund

Seine aktive Zeit ist vorbei, und doch bestimmt der Ball weiter­hin Uwes Leben. Nach dem finalen und ein­maligen Kick für den Cork Celtic FC und seinen Ein­sätzen in der Traditions­elf inklusive Tor des Monats lässt ihn das runde Ding einfach noch immer nicht los. Und so kümmert sich Seeler um den Nach­wuchs und bringt gemein­sam mit dem Senat der Stadt Hamburg den Uwe-Seeler-Preis ins Rollen, der seitdem und bis heute Jahr für Jahr Vereine aus dem Hamburger Fuß­ball-Verband würdigt und finan­ziell belohnt, die sich um den Jugend­fuß­ball im Bereich des Breiten- und Leistungs­sports besonders verdient gemacht haben. Uwe selbst tauscht zu dieser Zeit aber auch ganz gern mal den großen Leder- gegen den kleinen Filz­ball ein und verbringt seine Tage auf dem Tennis­platz. Beim benachbarten TC Bönning­stedt schwingt er den Schläger und erwirbt sich den Kampf­namen „Gummi­wand des Nordens“, weil er einfach jeden Ball zurück­bringt. Davon kann sich auch Boris Becker über­zeugen, mit dem Uwe in einem Show­match am Rothen­baum antritt (Foto). Uwe Seeler ist auch 15 Jahre nach seinem Karriere­ende weiterhin in aller Munde und aus Hamburgs Sport­welt schlicht nicht wegzu­denken.

1991

55. Geburtstag

Dieser Weg wird kein leichter sein

Kurz nach seinem 55. Geburtstag kommt der große Tag: die HSV-Mit­glieder­versammlung, auf der die HSVer ihren Uwe zum Präsi­denten wählen. Knapp 1.000 Mit­glieder stimmen ab, über­wälti­gende 954 davon votieren mit „Ja“. Die Hamburger lieben „Uns“ Uwe und trauen ihm die schwere Aufgabe unum­wunden zu. Dabei hat seine Ilka ihm doch so sehr davon abgeraten, irgendwie hatte sie ein schlechtes Gefühl bei der Sache. Aber Uwe macht es trotzdem – es ging schließ­lich um seinen HSV. Doch Ilkas Gefühl trügt nicht, es läuft nicht alles rund und reibungs­los. Finanzielle und sportliche Probleme prägen die Zeit, dennoch sagt Uwe später: „Im Nach­hinein bereue ich es nicht, es war kein Fehler.“ Stolz ist er insbe­sondere darauf, in dieser alles andere als leichten Phase den Neu­bau des Volks­park­stadions und des Internats auf den Weg gebracht zu haben. Allen Widrig­keiten zum Trotz: Der Mann mit der größten Vergangen­heit des Hamburger SV schiebt auch die Zukunft des HSV an!

1996

60. Geburtstag

Hamburger Idole

Es gibt sie ja, diese Persönlich­keiten, die für ihre Stadt stehen wie der Dom für Köln oder der Michel für Hamburg. Für die Hanse­stadt sind dies bei­spiels­weise Schau­spielerin Heidi Kabel und Politiker Helmut Schmidt – und beide sind persön­lich dabei, als Uwe Seeler an seinem 60. Geburts­tag erst im Hamburger Rat­haus und an­schließend auch noch öffent­lich in der Fisch­auktions­halle zum Geburts­tag gratu­liert wird (Foto). Und als die lauten und nicht enden wollenden „Uwe, Uwe“-Sprech­chöre der Anwesenden ertönen, da sieht man Uwe an, dass ihm das eigentlich viel zu viel Auf­hebens um ihn selbst ist. „Ich bin doch stink­normal“, pflegt er in solchen Situationen zu sagen, er habe eben auch einfach viel Glück gehabt im Leben. Und davon möchte er etwas zurück­geben, weshalb er in dieser Zeit die Uwe-Seeler-Stiftung gründet, die sich um benach­teiligte Menschen kümmert und für sie Spenden sammelt, bis heute mehr als vier Millionen Euro. Immer auch an die anderen denken, lautet die Maxime Seelers, der 1996 viel Zeit mit seinem frisch geborenen Enkel Levin genießt – der später in seine Fuß­stapfen treten und etablierter Bundes­liga-Spieler werden wird.

2001

65. Geburtstag

Würdigungen und Weihen

Eine Auszeichnung, die Uwe Seeler bis dato noch nicht verliehen bekommen hat? Gibt es eigentlich nicht. Aber eine eigene Aus­stellung zu seinen Ehren, und das auch noch in dieser Dimension, das hatte es zuvor noch nicht gegeben. Und so staunt Uwe nicht schlecht, als anläss­lich seines 65. Geburts­tags am 16. November in der Axel-Springer-Passage die vom Hamburger Abend­blatt, dem NDR sowie Sport­wissen­schaftlern der Universität Hamburg organisierte Ausstellung „Uns Uwe“ eröffnet wird und einen Monat lang mehr als 20.000 Besucher begeistert. Es ist eine multi­mediale Reise in die Vergangen­heit, die Uwes Lebens­werk würdigt, über­wiegend aus Exponaten aus dem Hause Seeler besteht und sogar Ehefrau Ilka so sehr fasziniert, dass sie selbst fünf­mal die Schau besucht. Es ist ein weiteres Denk­mal, das Uwe Seeler gesetzt wird in seiner Heimat­stadt, für die er kurz darauf auch noch Olympia-Bot­schafter wird – und die ihm im Jahre 2003 weitere Weihen zuteil­werden lässt: „Uns“ Uwe wird die Ehren­bürger­schaft der Hanse­stadt Hamburg verliehen. Uwe Seeler ist damit nicht mehr nur der große Sportler, sondern eine lebende Legende und groß­artige Persön­lichkeit, die für so viel mehr als nur den Fuß­ball steht.

2006

70. Geburtstag

Uwe überall!

Es gibt ja so Tage, da geht einfach alles. Oder Wochen. Oder gar Monate. Bei Uwe Seeler ist es in diesem Fall sogar quasi ein ganzes Jahr, in dem ein Highlight das andere jagt. Denn während Uwe auf seinen 70. Geburts­tag zusteuert, wird ihm mit dem Uwe-Seeler-Fuß vor dem Volks­park­stadion ein eigenes Denk­mal zuteil und ganz neben­bei wird er auch noch eines der wichtigsten Gesichter seiner Heimat­stadt – was er natürlich ohnehin schon seit 50 Jahren ist. Aber nun wird er es auch offiziell, denn sowohl für die Stadt Hamburg als auch für den WM-Standort Hamburg fungiert „Uns“ Uwe als Bot­schafter und ist damit wichtiger Bestand­teil des Sommer­märchens 2006 (Foto), das an fünf Spieltagen auch in seinem Volks­park Geschichte schreibt. Dort, wo wenige Wochen später der HSV für sein größtes Vereins­idol eine unvergess­liche Geburtstags­feier zum 70. aus­richtet, bei der sich Freunde, Weg­gefährten, HSVer und Prominenz die Klinke in die Hand geben. Eine Feier, die man so schnell nicht vergessen wird. 

2011

75. Geburtstag

Nur die Liebe zählt!

Das Jahr 2011 steht ganz im Zeichen der drei großen Lieben Uwe Seelers. Zum ersten wäre da natürlich die eigene Familie, die ihm nach seinem schweren Auto­unfall und den anschließenden Operationen in dieser Zeit zur Seite steht und mithilft, dass Uwe wieder auf die Beine kommt. Auch, um an seinem 75. Geburtstag – und damit wären wir bei Liebe Nummer 2 – im Volks­park­stadion an der großen Geburtstags­sause teilzu­nehmen (Foto), die sein HSV für ihn aus­richtet und dafür 300 Freunde und Wegbe­gleiter einlädt. Ein unvergess­licher Tag mit Uwe, Franz Becken­bauer, Manni Kaltz und vielen, vielen weiteren Größen des Fuß­balls. Unter anderem auch von Uwes jahrzehnte­langem Partner Adidas, für den das Fußball-Idol in diesem Jahr ebenfalls ein großes Jubiläum begeht: nämlich sein 50. Jahr als Vertreter und Botschafter. Es ist gleich­zeitig sein letztes, denn perfekter und runder kann ein Abschluss dieser Zusammen­arbeit mit Uwes dritter großen Liebe nicht sein. 

2016

80. Geburtstag

Happy Birthday XXL

Stell dir vor, du hast Geburt­stag – und 57.000 Menschen kommen zu Besuch und stimmen für dich ein „Happy Birthday“ an. So ge­schehen anno 2016, als Uwe Seeler im Volks­park die größte Geburts­tags­party seines Lebens geschenkt bekommt. Heim­spiel im seeler’schen Wohn­zimmer Volks­park­stadion, zu Gast sind fast alle eigenen Enkel­kinder (Foto) sowie der BVB und 57.000 Fans. Und plötz­lich, aufs Kommando der Stadion­sprecher Lotto King Karl und Dirk Böge, stimmt das aus­verkaufte Stadion inklusive BVB-Fanblock zum 80. den bekanntesten aller Geburtstags­klassiker an. Ein Traum! Zumal die Fans dabei auch noch alle eine der im Stadion kostenlos verteilten Uwe-Seeler-Masken tragen. Mehr kannst du dir nicht wünschen! Außer vielleicht, dass dein Verein an deinem 80. Geburtstag sein Heim­spiel nicht mit 2:5 verliert … Aber dafür gibt es noch eine Kleinig­keit on top: eine eigene HSVlive-Aus­gabe. Ein ganzes Vereins­magazin als Sonder­aus­gabe für und über eine Person – das hatte es vorher noch nie gegeben. Ehre, wem Ehre gebührt.

2021

85. Geburtstag

Nachträgliches Punkte-Geschenk?

19-mal fiel bislang ein Spiel des HSV auf Uwe Seelers Geburtstag. Die Bilanz ist bei acht Siegen, fünf Remis und sechs Nieder­lagen eher durch­wachsen. Seeler selbst konnte sie nicht auf­hübschen. Zweimal musste er an seinem Jubel­tag ran, jeweils verließ er als Verlierer den Platz. Zum 25. setzte es 1961 eine heftige 0:3-Pleite beim VfV Hildes­heim, zum 30. im Jahr 1966 ein 0:2 in der Gelsen­kirchener Glück­auf-Kampf­bahn. In diesem Jahr spielt der HSV am 6. November, einen Tag nach Uwes Ehren­tag. Im Karlsruher Wild­park­stadion wird es dieses Mal hoffent­lich keinen Puste­kuchen geben, sondern statt­dessen ein nach­trägliches Geburts­tags­päckchen mit drei Punkten darin. So jeden­falls lautet das Ziel der Rot­hosen, um ihrer Vereinsikone über die rund 650 Kilometer Distanz auf sportlichem Wege zuzurufen: Happy Birthday, lieber Uwe, und alles Gute zum 85. Geburtstag! 

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