Steffen, eine lange Saison liegt vor uns – und hinter euch liegen arbeitsreiche Wochen. Wie hast du die Vorbereitung auf die neue Saison erlebt?
Die Jungs haben sehr gut mitgezogen in dieser intensiven Vorbereitung. Die hatte in diesem Sommer für uns ja eine besondere Form, da wir aufgrund der Europameisterschaft kaum in unseren Bereichen und auf unseren Plätzen arbeiten konnten. Dadurch haben wir zwei Trainingslager abgehalten und waren sehr lange von zu Hause weg, konnten hierbei aber gut arbeiten. Wir hatten top Bedingungen, die Mannschaft hat sehr gut trainiert und auch alle Menschen drumherum haben alles gegeben. Aber natürlich war es speziell, kaum zu Hause und im vertrauten Umfeld zu sein.
Wo lagen die Schwerpunkte in der Trainingsarbeit?
Ein Schwerpunkt lag ganz eindeutig auf der Intensität, weil die zu unserem Spiel einfach dazugehört. Wie wollen wir verteidigen, wie wollen wir anlaufen – das sind Elemente, die für unsere Art Fußball wichtig sind. Und die finden stets in höchster Intensität statt. Wir haben die Dinge, die für uns diesbezüglich relevant sind, allesamt abgedeckt. Wie weit wir wirklich sind, werden dann aber die ersten Spieltage zeigen. Ich sage hierbei bewusst Spieltage, denn an einer Partie lässt sich nie die Arbeit einer ganzen Vorbereitung ablesen, aber innerhalb der ersten Spieltage zeigt sich dann schon, inwieweit wir die erarbeiteten Inhalte auch im Ernstfall umsetzen können.
Die Intensität hast du gerade angesprochen. In Zahlen bedeutete dies Trainingseinheiten von teilweise bis zu zweieinhalb oder gar drei Stunden, und das in den allermeisten Fällen zweimal am Tag.
Die Jungs haben das sehr gut angenommen, haben voll mitgezogen und konzentriert gearbeitet. Das ist natürlich das, was man sich als Trainer wünscht und was man sehen will. Denn so kann man Dinge entwickeln und verbessern. Für mich war das absolut positiv. Und ebenfalls positiv war, dass wir kaum Verletzungen zu beklagen hatten. Natürlich hast du immer ein paar Dinge, die im Fußball einfach passieren, so dass jemand mal ein paar Tage aussetzen muss, aber wir sind ohne gravierende Verletzungen durch diese Zeit gekommen und konnten parallel auch diejenigen Spieler, die angeschlagen oder noch nicht mit 100 Prozent in diese Vorbereitung gegangen sind, weiter ans Team heranführen. Und auch die jungen Spieler, die wir dabei hatten, haben ihre Sache sehr gut gemacht.
Auffällig war auch, dass ihr zusätzlich zu den Einheiten auf dem Rasen auch häufig in Sitzungen und Schulungen zusammengesessen habt. Was ist hierbei der Hintergrund?
Wir haben auch viel abseits des Platzes miteinander gearbeitet, haben gesprochen und Dinge vorangetrieben, um das auf dem Platz Erarbeitete zu vertiefen. Für uns geht es dabei darum, zu besprechen, wie wir arbeiten und wie wir die Dinge entwickeln wollen. Und auch darum, immer wieder zu analysieren, was wir auf dem Platz schon gut machen, wo wir uns noch verbessern können und wie wir gemeinsam dahinkommen, wo wir hinwollen.
Welche Fortschritte hast du in den ersten Wochen dieser Saison schon erkennen können?
Ich finde es immer etwas schwierig, direkt nach einer Vorbereitung ein solches Fazit zu ziehen, denn erst mit dem Saisonstart geht es so richtig los. Dann können wir innerhalb der ersten Spiele gegen unterschiedlich agierende Gegner sehen, wie gut wir uns entwickelt haben, wie gut die Dinge schon funktionieren und wie sehr die einzelnen Rädchen ineinandergreifen. Ich bin aber sicher, dass wir gute Leistungen zeigen werden. Wichtig ist nur, dass auch die Ergebnisse entsprechend ausfallen.
Die Arbeit der Mannschaft auf dem Platz hast du angesprochen, aber wie nimmst du das Team drumherum wahr? Viele Spieler haben den Spirit hervorgehoben.
Ich finde die Stimmung innerhalb der Mannschaft ebenfalls sehr positiv. Ich sehe die Jungs miteinander arbeiten, miteinander agieren und auch miteinander lachen. Das ist absolut positiv, und das nicht nur, weil positiv ein so schönes Wort ist. Sondern ich empfinde das tatsächlich so, weil ich merke, dass ein Miteinander stattfindet. Aber auch hier gilt: Wie gut du als Mannschaft wirklich funktionierst, zeigt sich erst im Laufe des Saisonstarts. Nämlich dann, wenn der Stress kommt, wenn die Hektik reinkommt, wenn der Druck da ist und wenn vielleicht auch mal Ergebnisse ausbleiben und man Negativerlebnisse miteinander verarbeiten muss.
Siehst du die Mannschaft hierfür gut gewappnet?
Eine gute Vorbereitung hilft dir immer, sie gibt dir ein gutes Gefühl und sorgt dafür, dass du positiv in die ersten Spiele gehst und auch nicht gleich beim leisesten Lüftchen umfällst. Dementsprechend können wir optimistisch in die nächsten Wochen gehen.
Zum Saisonstart stand mit der Partie beim 1. FC Köln gleich ein besonderes und viel beachtetes Spiel an.
Wir haben unseren Weg eingeschlagen und den gehen wir gemeinsam. Das erste Spiel ist dabei immer eine Standortbestimmung, aber eines habe ich in den vielen Jahren als Spieler und Trainer gelernt: Du steigst mit dem ersten Spiel nicht auf und du steigst mit dem ersten Spiel auch nicht ab. Du musst kontinuierlich deine Leistung bringen, kontinuierlich Ergebnisse einfahren und so oft wie möglich ans Maximum kommen. Das ist das, was wir wollen, das ist unser gemeinsames Ziel. Denn viele Mannschaften in dieser Liga haben große Ambitionen, genau wie wir. Und diese Ambitionen wollen wir mit Leistung und Ergebnissen untermauern. Es geht um Kontinuität, denn eine Saison ist lang und besteht nicht nur aus dem ersten Spiel.