WEIL DAS HERZ NICHT ANDERS KANN

Was sich aus dieser Traurig­­keit jedoch ent­­wickelt, ist gigan­tisch, schwer in Worte zu kleiden und sympto­matisch für diesen Verein. Denn niemand wendet sich ab, wie es noch in den Neunziger-Jahren der Fall war, als der HSV in Folge des Europa­pokal­sieges 1983 und dem Gewinn des DFB-Pokals 1987 vor teils leeren Rängen ins Volks­park­stadion einläuft, da sich die Hamburger Fans mit der neuen Rolle ihres HSV als Mittel­­feld­­team der Liga nur schwer an­­freunden können.

WEIL DAS HERZ NICHT ANDERS KANN

Was sich aus dieser Traurig­­keit jedoch ent­­wickelt, ist gigan­tisch, schwer in Worte zu kleiden und sympto­matisch für diesen Verein. Denn niemand wendet sich ab, wie es noch in den Neunziger-Jahren der Fall war, als der HSV in Folge des Europa­pokal­sieges 1983 und dem Gewinn des DFB-Pokals 1987 vor teils leeren Rängen ins Volks­park­stadion einläuft, da sich die Hamburger Fans mit der neuen Rolle ihres HSV als Mittel­­feld­­team der Liga nur schwer an­­freunden können.

Statt­dessen ex­plodieren nach dem Abstieg 2018 die Mit­glieder­zahlen, und im Verein sowie der ganzen Stadt entwickelt sich ein Zusammen­gehörig­keits­gefühl, das sich – dieser HSVlive-Ausgabe ent­sprechend – deutlich besser in Bildern, denn in Worten be­schreiben lässt. Alle vereint unter der Raute!

Und es ist noch mehr als das: Der HSV wird mehr und mehr ein Teil der DNA dieser Stadt, ist im Stadt­bild verankert wie nie zuvor, und das ikonische Volks­­park­­stadion wird ein gewichtiger Teil dieses Stadt­­bildes. Ähnlich dem Hamburger Fern­seh­­turm, der anlässlich des Knackens der magischen 100.000er-Mit­­glieder­­marke in den Vereins­­farben er­strahlt und ver­deut­­licht: Der HSV ist Hamburg!

Und: Als Hamburger ist man nicht nur stolz auf seine Elphi, sondern auch auf seinen HSV – und entsprechend trägt man Raute. So erklärt sich auch, warum das aktuelle Heimtrikot im Frühjahr 2025 das pinke Kulttrikot aus der Saison 2016/17 als meistverkauftes Trikot ever ablöst. Pink schockt, und die Raute auch!

Fehlt also nur noch die Bundes­liga-Rück­kehr zum großen Glück. Und dieses Glück ist am 28. Mai 2023 zum Greifen nah. Abpfiff in Sand­hausen, der HSV gewinnt beim SVS mit 1:0, die HSV-Fans stürmen den Rasen, Tim Walter möchte all seine Spieler auf einmal um­armen, der Sand­häuser Stadion­sprecher gratuliert über Laut­sprecher zum Aufstieg, denn parallel liegt der direkte Kon­kurrent aus Heiden­heim – Nico Oliveira zeigt es an – beim SSV Jahn Regens­burg mit 1:2 zurück. Doch was dann folgt, ist schwer zu fassen. Milli­sekunden nach diesem Foto erreicht alle Beteiligten die Kunde, dass das andere Spiel noch läuft, mehr als zehn Minuten Nach­spiel­zeit beim SSV, der 1. FC Heiden­heim gewinnt noch 3:2, der HSV wird nur Dritter und unterliegt in der folgenden Rele­gation dem VfB Stuttgart. Wie eng können Glück und Un­glück bei­einander­liegen?

Doch erneut steht man zusammen. Mann­schaft, Mit­arbeiter, Fans und die ganze HSV-Familie. Gemein­sam wird weiter ange­packt und wieder neu ange­griffen. Noch einmal und noch ein­mal – un­um­stößlich und immer ge­meinsam.

So auch in der laufenden Saison 2024/25, in der die Rot­hosen um Top-Torjäger Davie Selke erneut Höhen und Tiefen durch­leben, immer wieder Wider­ständen trotzen und mit spektakulärem Offensiv­fußball ihrem großen Ziel näher und näher kommen.

Und dieses Ziel soll idealer­weise in diesem Sommer im ver­­flixten siebten Jahr erreicht werden. Damit die Raute wieder hell wie einst erstrahlt. Und damit das Volks­park­stadion im September 2025 zu seinem 100. Geburts­tag die Bundes­­liga zu Gast hat.