Nur zusammen:

Mitte März legten das Corona-Virus und die damit verbundenen Ausgangs­beschränkungen das Leben in Deutschland weitestgehend still. Der Fußball als vielfach zitierte „schönste Nebensache der Welt“ war zu diesem Zeit­punkt bereits in den Hintergrund geraten und wirklich nebensächlich geworden. Und doch ließen die Fußball-Clubs im über­tragenen Sinne weiter den Ball rollen, wurden ihrer Rolle als Binde­glied der Gesellschaft gerecht und stellten allerlei Hilfs­projekte auf die Beine. So auch der Hamburger SV, der zahlreiche tolle Aktionen wie zum Beispiel „HSVerfürHamburg“, „Hamburg helfen!“ oder „Gemeinsam Danke sagen“ (mehr Infos ab Seite 38) ins Leben rief, um denjenigen zu helfen, die durch das Corona-Virus besonders stark betroffen waren. Nicht nur die HSV-Familie, sondern ganz Hamburg rückte in dieser Zeit noch enger zusammen, um die besondere Heraus­forderung zu meistern. Der HSV richtete im Zuge dieser soli­darischen Bewegung ein Danke­schön in Form eines riesigen Banners an alle Beteiligten aus – „Danke, Hamburg!“ lautete die Kern­botschaft an der
Barclaycard Arena.

Training mal anders:

Die Corona-Pandemie legte nicht nur den Spiel­betrieb der Rot­hosen lahm, sondern beein­trächtigte auch maßgeblich die Trainings­arbeit. Zunächst schufteten die HSV-Profis mehrere Wochen im Home-Office an ihrer Fitness, dann trainierten sie unter Ein­haltung von strikten Hygiene­maßnahmen in Klein­gruppen im Volkspark­stadion und Anfang Mai stand nach knapp acht Wochen – ebenfalls unter besonderen Auflagen – wieder das erste gemeinsame Mannschafts­training an. Langweilig wurde den Rothosen in diesem unge­wöhnlichen Trainings­zeitraum nicht, denn Trainer Dieter Hecking und sein Team hatten sich eine Menge an Trainings­übungen einfallen lassen und zogen ein positives Fazit: „Wir hatten in unseren allabend­lichen Video­konferenzen mit den Trainern nicht einmal die Situation, dass wir gesagt haben: Das war kein guter Trainings­tag. Insgesamt haben die Jungs klasse gearbeitet.“        

Historischer Neustart:

Am 17. Mai setzte der Hamburger SV nach der Corona-bedingten zehn­wöchigen Spielpause mit einem 2:2-Remis bei der SpVgg Greuther Fürth die laufende Zweitliga-Saison fort. 65 Tage bzw. exakt 1.565 Stunden nach dem ursprünglich vorge­sehenen Spiel­termin des 26. Spieltags bestritten die Rothosen im Sport­park Ronhof dabei erstmals in ihrer Vereins­geschichte ein Pflicht­spiel ohne Zuschauer und erlebten bei dieser Premiere eine Achter­bahn der Gefühle. Zunächst geriet die Hecking-Elf durch einen Treffer von Havard Nielsen (35.) mit 0:1 in Rückstand, dann drehten Joel Pohjanpalo (41.) und Jeremy Dudziak (48.) innerhalb von wenigen Spiel­minuten die Partie zugunsten der Rothosen, die bis tief in der Nach­spielzeit wie der sichere Sieger aussahen und dann erneut durch Nielsen (90. +4) doch noch den bitteren Aus­gleich hinnehmen mussten.