19 Jahre alt ist JORDAN BEYER, der für seinen Wechsel zum HSV erstmals das Rheinland verlässt. Dafür kehrt er aber zu seinem Ziehvater zurück. Eine Reise, die ein großes Abenteuer werden soll. Und ein möglichst erfolgreiches.

„Jordan Beyer war von Beginn an unser Wunschkandidat“, sagte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt, als er den 19-jährigen Abwehrspieler im Portugal-Trainingslager begrüßte. „Zwischenzeitlich sah es so aus, als wenn sich die Leihe nicht realisieren lassen würde, weil Borussia Mönchengladbach ihn nicht abgeben wollte, aber letztendlich ist die Tür doch noch aufgegangen.“ Und der HSV schlug zu. Bis Saisonende wird der U21-Nationalspieler nun mit der Raute auf der Brust spielen. 

Freudig begrüßte Dirk Bremser seinen ehemaligen Schützling Jordan Beyer im Portugal-Trainingslager, nachdem sein alter Gladbacher Schüler den Leihvertrag bis Saisonende beim HSV unterschrieben hatte. „Mensch, Jordan“, sagte Co-Trainer Bremser im Präsentationsvideo für die HSV-Fans, „dass ich dich hier nochmal vorstellen darf!“ Man merkte: Da trafen sich zwei, die sich nicht nur kennen, sondern auch schätzen und mögen. Schließlich hatten Cheftrainer Dieter Hecking und sein Co Dirk Bremser dem damals 18-jährigen Beyer in Gladbach zum Bundesliga-Debüt verholfen. Nun also das Wiedersehen beim HSV.

Doch anfangs tauchte um den Neuzugang noch ein kleines Fragezeichen auf. Denn wenn man nach Jordan Beyer googelt, dann wird man erst einmal nicht fündig, sondern bekommt einen gewissen Louis Beyer angezeigt – und liegt dennoch richtig. Denn Jordan Beyer heißt eigentlich Louis Beyer, den zweiten Vornamen Jordan gab ihm sein Vater aufgrund seiner großen Bewunderung für die US-Basketball-Legende Michael Jordan mit auf den Weg. Und der wurde im Laufe der Jahre zum Rufnamen, da es in der Gladbacher Jugend, in die Beyer 2015 von Fortuna Düsseldorf wechselte, bereits einen Louis gab. Jordan Beyer war geboren.

Als Jordan machte sich Beyer fortan einen Namen, durchlief die weiteren Gladbacher Nachwuchsteams und auch die jeweiligen Jahrgänge der deutschen Nationalmannschaft – von der U16 bis zur U21, in der Beyer im Mai 2019 debütierte, nachdem er unter Hecking in Gladbach zum festen Bestandteil des Profikaders geworden war und gegen Bayer Leverkusen seine Bundesliga-Premiere gefeiert hatte. Insgesamt neunmal stand der heute 19-Jährige unter seinem alten und neuen Coach in der 1. Liga auf dem Platz. Und will nun mithelfen, die Ziele Heckings und des HSV in der 2. Liga zu erreichen. 

Jordan Beyer über…

… die Gründe für den Wechsel zum HSV:Die Ausgangsituation in Mönchengladbach war so, dass wir uns mit dem Trainer und Manager zusammengesetzt haben und gemeinsam zu der Entscheidung gekommen sind, dass eine Leihe zum HSV die beste Lösung ist, um Spielpraxis zu sammeln. Dementsprechend bin ich den Verantwortlichen der Borussia auch sehr dankbar, dass sie mir bei der Leihe so entgegengekommen sind. Natürlich hat in meinen Überlegungen auch eine Rolle gespielt, dass hier aktuell zwei etatmäßige Rechtsverteidiger verletzt fehlen. Daher sehe ich die Leihe zum HSV für mich persönlich als Fortschritt, da ich nun größere Chancen habe zu spielen.

… die Rolle von Dieter Hecking: Das ist natürlich eine besondere Konstellation für mich, da ich mein Bundesliga-Debüt unter diesem Trainer gefeiert habe. Auch Dirk Bremser kenne ich aus Mönchengladbach sehr gut, so dass es im besten Fall einfacher wird, die Automatismen zu verstehen. Ich weiß, wie das Trainerteam spielen möchte, das wird auf jeden Fall helfen. 

… seine beste Position: Es ist mir im Prinzip egal, ob ich Innen- oder Außenverteidiger spiele. In der Jugend wurde ich eher zum Innenverteidiger ausgebildet, bei den Profis habe ich vor allem als Rechtsverteidiger agiert. Letztendlich werde ich da spielen, wo ich gebraucht werde. 

Den Ball immer im Blick: Jordan Beyer freut sich auf das große Abenteuer HSV. 

… seinen Spielstil: Ich würde sagen, dass ich einen ziemlich eigenen Stil habe. Einerseits bin ich ein guter Zweikämpfer, andererseits kann ich aber auch Fußball spielen. Zudem bin ich recht schnell. Das alles muss ich aber erstmal beweisen. Dafür werde ich mein Bestes geben, denn ich bin Perfektionist, ich will immer gewinnen und alles immer bestmöglich machen. Ich hasse es, wenn mir Fehler unterlaufen. Da kann ich echt emotional werden. Ich weiß gar nicht, ob das nur positiv ist oder auch negative Aspekte besitzt, aber so bin ich nun einmal. Ich bin einfach mega ehrgeizig.

… seine Ziele mit dem HSV: Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen und mindestens unseren Tabellenplatz halten. Der HSV ist ein traditionsreicher Club mit großen Ambitionen, denen wollen wir gerecht werden. Die Tatsache, dass zu den Heimspielen in dieser Saison im Schnitt mehr als 47.000 Zuschauer ins Volksparkstadion gekommen sind, finde ich beeindruckend. Ich freue mich wahnsinnig, jetzt bei einem solch großen Club zu spielen und gegen Nürnberg das erste Mal im Volksparkstadion aufzulaufen und Vollgas zu geben.

… seine neue Heimat: Ich war im Sommer in Hamburg zu Besuch. Eine wirklich tolle Stadt – und vor allem natürlich ein toller Verein. Ich freue mich auf die Aufgabe und auf dieses große Abenteuer. Es wird bestimmt ein aufregendes halbes Jahr in Hamburg, auf das ich mich sehr freue.